TuS-Wasserstraße  

Turn- und Sportverein "Weserstrand" von 1912 Wasserstraße e.V.

kinderfreundlicher Sportverein
Fußball Laufen Volleyball Turnen  

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Geschichte zurück

 

     
 

1912, also zum Beginn des 20. Jahrhunderts, konnte Wasserstraße gerade selber erst auf ein 100-jähriges Bestehen zurückblicken. Zu dieser Zeit gab es etwa 70 Häuser hier im Ort, es regierte noch ein Kaiser und der erste Weltkrieg war noch nicht abzusehen. Eine eigene Schule gab es erst seit knapp 30 Jahren; und noch ohne Sportplatz. Die Bahnlinie wurde erst ein paar Jahre später gebaut und an den Bau der Bundesstraße dachte man erst Jahrzehnte später.

Wasserstraße war sehr landwirtschaftlich geprägt. Neben den Landwirten gab es hier noch einige Handwerksbetriebe, Geschäfte und Heringsfänger.

Der Seemannsverein war gerade 4 Jahre zuvor gegründet worden und die meisten Gründer unseres Vereins hatten auch den Seemannsverein mitgegründet. Wei-tere Vereine oder Organisationen folgten erste einige Jahre später.

Im Januar 1912, genauer gesagt am 17. Januar, hielt der Seemannsverein seine Generalversammlung ab. Nachdem man über Berufsfragen, Geld und fachliches gesprochen hatte, griff man auch den Sport- oder Turngedanken auf und bereitete damit den Weg zur Gründung eines Sportvereins. 17 Mitglieder fanden sich zu-sammen und gründeten den Turnverein „Weserstrand“ im Anschluss an die Versammlung. Bereits am 28. Januar wählte man auf einer ersten eigenen Versamm-lung einen Vorstand und am 31. des Monats wurde der Verein offiziell beim Amt in Schlüsselburg angemeldet.

Um nun den Turnbetrieb richtig aufnehmen zu können, fehlten noch Geräte und es wurde darauf hin in Eigenleitung ein Reck gebaut und ein gebrauchter, hölzer-ner Barren angeschafft.

Schon im März 1912 fand ein erstes Schauturnen im Saal der Gastwirtschaft Stadtländer statt. Viele weitere sollten folgen, bis, bedingt durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges, 1914 der Turnbetrieb erstmals dauerhaft unterbrochen werden musste.

Nachdem die ersten Turner aus dem Krieg zurückkehrten, lies man den Turnverein im Januar 1919 wieder aufleben. Mit gelegentlichen Tanzvergnügen, Schautur-nen oder der Teilnahme an Turnfesten in der Umgebung konnte das Vereinsleben gefördert werden.

Bedingt durch die gute Entwicklung des Vereins konnte 1922, trotz hoher Inflation, ein neuer Barren und 2 Jahre später eine Fahne angeschafft werden.

Neben den Männer-Turnriegen gab es ab 1927 auch eine erste Damenabteilung.

Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Ballsportarten eingeführt. Allerdings war es nicht Fußball, sondern vielmehr Feldhandball und Korbball, welches auf einem etwa 2 Morgen großen, angepachteten Sportplatz gespielt wurde.

In den 30er Jahren, eingegliedert in die damaligen Strukturen, wurden unter Anderem zum 1. Mai Umzüge durch den Ort durchgeführt, die mit Feierlichkeiten und Schauturnen auf dem Schulhof der Volksschule endeten.

1939 brach der 2. Weltkrieg aus. Der zu Anfang des Krieges noch spärlich aufrecht erhaltene Turnbetrieb musste jedoch in Folge dessen ganz eingestellt werden.

Ein zweites Mal war das Vereinsleben unterbrochen, bis im Januar 1946 eine Versammlung zur Wiederbegründung einberufen wurde. Das Interesse war groß und so konnte der Verein, mit Genehmigung der Militärregierung, zum zweiten Mal neu ins Leben gerufen werden.

Der Turnbetrieb erfolgte nach dieser Versammlung wieder im Saal der Gaststätte Stadtländer und bereits im März 1946 fand ein erstes Werbeturnen statt.

Da zu dieser Zeit noch viele der männlichen Turner in Gefangenschaft waren, wurde im Mai 46 wieder eine Damenriege ins Leben gerufen.

In den ersten Nachkriegsjahren gelang es die schwache Kassenlage durch Tanz- oder verschiedene Turnveranstaltungen auszugleichen. Auch Theater wurde ge-spielt. In dieser Zeit stellte der Turnverein praktisch den Kulturverein des Dorfes dar

Nachdem der Verein 1952 das 40-jährige Bestehen begangen hatte, konnte im Rahmen des 45-jährigen Bestehens im Sommer 1957 eine Turnhalle an der Volks-schule eingeweiht werden. Sie bot den Riegen des Vereins bessere Möglichkeiten zur Entfaltung und die Übungsabende mussten nicht mehr auf dem Saal der Gaststätte Stadtländer stattfinden.

Bis zu dieser Zeit bildete das Turnen die Hauptsportart des Vereins, was sich jedoch in den nun folgenden 60er Jahren ändern sollte.

In den 50er Jahren hatte es bereits Versuche gegeben, eine Fußballmannschaft einzurichten, doch erst 1961 konnte eine Herren-Fußballmannschaft etabliert wer-den. Bereits ab 1962 nahm diese dann am regulären Punktspielbetrieb teil. Allerdings konnten Punktspiele erst ab 1964 auf einem eigenen Sportplatz durchgeführt werden. Vorher mussten diese auf dem Schlüsselburger Platz ausgetragen werden, da der eigene Sportplatz zu klein war.
4 Jahre später, 1968, nahm erstmals auch eine Schülermannschaft am Punktspielbetrieb teil.

Mit dem Bau der Grundschule 1969 bot sich dem Verein auch die Möglichkeit, die angeschlossene Turnhalle zu nutzen. Die alte Turnhalle war zwischenzeitlich zu Klassenzimmern umfunktioniert worden und konnte nicht mehr zum Turnen genutzt werden. Die neue Halle bot allen Riegen wieder eine bessere Entfaltung.

Mit dem neuen Sportplatz, der 1974 eingeweiht wurde und der mit einer Flutlichtanlage ausgestattet war, verfügte der Sportverein über weiter Möglichkeiten, das Sportangebot noch weiter ausbauen zu können.

Anlässlich der Festwoche zum 60-jährigen Jubiläum 1972 bestritt erstmals eine Damenmannschaft in Wasserstraße ein Fußballspiel. Bis 1970 war Frauenfußball noch verboten gewesen. Diese Veranstaltung kam sehr gut an und so wurde nachfolgend eine Damen-Fußballabteilung ins Leben gerufen, die bereits ab 1974 mit einer Mannschaft am Punktspielbetrieb teilnahm.

Neben dem Damenfußball und der 1975 gegründeten Altherrenfußballmannschaft bildete sich in den 70er Jahren noch ein weiterer sportlicher Bereich. Die Mög-lichkeit, die neue Halle sowie den Sportplatz nutzen zu können, nahmen einige Sportler auf und erweiterten den Turnbereich um die Leichtathletik.
Leichtathletik gab es neben dem Turnen bereits länger, doch nun bildete sich daraus Ende der 70er Jahre eine eigene Abteilung. Neben Volksradfahren oder Wald-läufen wurden auch Sportfeste organisiert, an denen Jung und alt teilnehmen konnten.

Anfang der 80er Jahre fasste man den Entschluss, ein eigenes Vereinsheim zu bauen. Dieses konnte nach nur kurzer Bauzeit 1983 eingeweiht werden. Erwäh-nenswert ist hierbei, dass fasst alle Arbeiten in Eigenleistung durchgeführt worden sind. Weiterhin wurde 1984 ein Trainingsplatz in der Bollheide gebaut.

Zur Mitte der 80er Jahre verringerte sich das Interesse an der Leichtathletik. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, griff man einen Trend aus Amerika auf und so wurde 1985 der erste Triathlon in Wasserstraße durchgeführt. Dem Triathlon folgten dann 1987 der Sylvesterlauf, 1990 der Oktoberlauf und 1998 der Brü-ckenlauf. Alle Laufveranstaltungen werden seitdem jedes Jahr erfolgreich durchgeführt.

Neben dem Triathlon wurde Mitte der 80er Jahre noch eine weitere Abteilung ins Leben gerufen - Volleyball. Nahm zu Beginn nur eine Mixed-Mannschaft am Spielbetrieb teil, konnten durch den stetigen Ausbau der Abteilung ab 1990 jeweils eine Herren- und eine Damenmannschaft am Spielbetrieb teilnehmen. Auch, wenn es gegen Ende der 90er Jahre leicht bergab ging, konnte die Sparte ab den 2000ern wieder an Zuwachs gewinnen.

Seit den 80er Jahren konnten durchweg einige sportliche Erfolge gefeiert werden. Die Fußball- und Volleyballmannschaften konnten Aufstiege in höhere Spielklas-sen verbuchen – wenn es dabei auch mal Rückschläge gab. Stadtmeistertitel oder Turniersiege wurden erspielt, und die Laufveranstaltungen erfreuten sich nicht nur in Wasserstraße immer größerer Beliebtheit.

Neben den vielfältigen Aktivitäten in den Kinder- und Jugendgruppen wird seit 2008 auch wieder an Kinder-Turnfesten teilgenommen. Damit wird eine Tradition fortgesetzt, die ihren Anfang bereits in den 60er Jahren hatte.

Und mit dem Bau des Beachfeldes 2009 eröffnete sich der Verein mit seinen vielen Gruppen die Möglichkeit, weitere Sportarten, wie z.B. Beach-Volleyball, anbieten zu können.

Ganz besonders die Förderung der Kinder und Jugendlichen hat sich unser Verein seit jeher auf die Fahne geschrieben und ist so z.B. 2008 eine Kooperation mit dem ev. Kindergarten in Ilvese eingegangen. Neben gut besetzten Kinder- oder Jugendgruppen und dem Jugendfußball tritt die Jugendarbeit immer wieder mit vielen Aktivitäten hervor.

Wie man sieht, hat sich in den letzten 100 Jahren so einiges ereignet. War unser Verein „Weserstrand“ anfangs ein reiner, klassischer Turnverein, so hat er sich zu einem Sportverein mit breitem Angebot und vielen Möglichkeiten entwickelt. Und dabei ist sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

 
     
     

 

 

100 Jahre TuS